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Barf das Erwachen des Tigers

Worum handelt es sich beim Barfen?

Barf steht für „biologisch artgerechte Rohfleischfütterung“ es handelt sich also um das Füttern von Hunden und Katzen mit rohem Fleisch, Knochen, Organen, Eiern und Milch.

Der Gedanke dahinter ist es möglichst natürliche Nahrung zu füttern welche die Tiere auch in der Wildnis essen würden.

Warum Barfen?

Diese Art der Tierhaltung kann viele Beweggründe haben im Folgenden werde ich versuchen die wichtigsten zu nennen und nachzuvollziehen.

Der wichtigste Beweggrund scheint mir zu sein, Kontrolle darüber zu behalten was unsere Vierbeiner so essen, es ist oft schwer Nachzuvollziehen was sich alles in der handelsüblichen Dose Tiernahrung befindet. Einer der größten Bestandteile in herkömmlicher Tiernahrung ist beispielsweise Getreide, was zurecht Misstrauen aufwirft, sind Hunde und Katzen in freier Wildbahn doch Jäger und ernähren sich größtenteils von Fleisch.

Ein weiterer Punkt ist, dass beim Verarbeiten, beziehungsweise Kochen, der Nahrung teilweise wichtige Bausteine der Nährstoffe zersetzt werden können.

Des Weiteren bezeugen Barfer eine positive Auswirkung auf die Gesundheit ihrer Haustiere unter anderem bessere Zähne, glänzenderes Fell, weniger Blähungen, weniger Mundgeruch und geringere Kot-Menge.

Das Risiko beim Barfen

Barfen hört sich im ersten Moment sehr vielversprechend und sinnvoll an doch es birgt einige Risiken außerdem fordert es sehr viel Wissen über Tierernährung vom Tierhalter.

Studien welche sich mit dieser Thematik befasst haben sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Großteil der barf Futterpläne für hausgemachtes Hundefutter nicht ausgewogen genug waren und teilweise nicht genügend wichtige Nährstoffe enthielten. Auch bei kommerziell erhältlichen Produkten ist Vorsicht geboten, laut einer Untersuchung hatten über 50% der untersuchten Barf-Hundefutter ein unausgewogenes Nährstoffprofil.

Neben einer möglichen unausgeglichenen Ernährung sind Bakterien und Keime in rohem Fleisch ein großer Risikofaktor für Tier und Mensch. Vor Allem rohes Hühnchen ist oft mit Salmonellen kontaminiert (21-44%), vergleichsweise geringer ist das Risiko bei Schwein und Rindfleisch (3,5-5%). Auch andere Bakterien wie E-Coli, Clostridien, Campylobacter jejuni und Toxoplasma gondii können in rohem Fleisch vorkommen. Wirklich gefährlich sind diese Keime glücklicherweise nicht, doch, wenn Schwangere oder Kleinkinder im Haushalt leben sollte man eventuell 2-mal überlegen ob man sich dem erhöhten Risiko, mit diesen Krankheitserregern in Kontakt zu kommen, aussetzen möchte.

Meine Meinung

Barfen kann durchaus Sinnvoll sein, wenn dein Haustier beispielsweise eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel hat und du sichergehen willst, dass es nur verträgliche Nahrung zu sich nimmt.

Leider gibt es wenig Untersuchungen zu der Frage ob Barfen gesundheitsfördernd ist, viele der Argumente von Verfechtern sind nur anekdotisch und es fehlen wissenschaftliche Belege. Deswegen fällt es schwer eine endgültige Bewertung pro oder contra abzugeben. Abschließend kann ich nur Jedem ans Herz legen gründlich zu schauen ob Rezepte von einem Fachmann oder Laien zusammengestellt sind.

Bevor ihr also drauflos Barft fragt im Zweifelsfalle euren Tierarzt ob der ausgewählte barf Futterplan ausgewogen und angemessen für euer Tier ist.

 

Weitere gute Infos/Quellen: http://www.tierklinik.de/ratgeber/experten-tips/professor-dr-med-vet-juergen-zentek

http://avmajournals.avma.org/doi/pdf/10.2460/javma.243.11.1549